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02 | Februar 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Bessere Karrierechancen für Wissenschaftlerinnen

Wissenschaftlerinnen geben ihr Ziel, eine Karriere in der Wissenschaft weiter zu verfolgen, auch dann nicht auf, wenn sie sich für Kinder entschieden haben. Das gilt vor allem für bereits promovierte Frauen. Bedeutsam für den Wunsch, an einer Hochschule zu bleiben, ist vor allem das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Dies zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), die vom Bundesforschungsministerium gefördert wurde.

Von den befragten promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben 40 Prozent Kinder, unter Promovierenden sind 28 Prozent Eltern. Bis vor einigen Jahren haben sich laut der Untersuchung Akademikerinnen bei der Geburt des ersten Kindes häufig dafür entschieden, ihre Karriere an der Hochschule zu beenden, um in einer anderen Branche eine neue Stelle zu suchen. Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung, die Veränderung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, beispielsweise bei der Kinderbetreuung, und die geteilte Übernahme von Versorgungsaufgaben lassen jungen Wissenschaftlerinnen laut Studie ambitioniertere Karriereziele in der Wissenschaft mittlerweile realisierbar erscheinen.

Das hohe Stressniveau, dem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgesetzt seien, erschwere dennoch weiterhin eine wissenschaftliche Karriere. Grund dafür sei beispielsweise die erwarteten zeitintensiven Publikationen in hochrangigen Journalen. Die befragten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben außerdem an, dass die Ausgestaltung von Arbeitszeiten und -orten sowie eine verlässliche und langfristige Perspektive gewichtige Gründe für oder gegen eine akademische Karriere seien.

Die vertiefend zur Online-Befragung durchgeführten Paarinterviews zeigten, wie die Nutzung von beruflichen Handlungsspielräumen oftmals erst durch das Engagement des Partners bzw. der Partnerin in der Familie ermöglicht werde. Besonders in der Wissenschaft gebe es eine hohe Zahl an Paaren mit starken Karriereambitionen. Sie sind in einem sehr hohen Maße auf zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder angewiesen.

Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine Querschnittsbefragung von Promovierenden und Promovierten beider Geschlechter an 23 zufällig ausgewählten Hochschulen in Deutschland. Im Rahmen einer repräsentativen Online-Umfrage wurden dafür über 4.000 Fragebögen ausgewertet und einzelne Nachwuchswissenschaftler(innen) mit ihren Partner(inne)n in persönlichen Interviews zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Wissenschaft befragt.


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