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10 | Oktober 2014 Artikel versenden Artikel drucken

Was sind die Grundzüge der 12-Jahres-Regel des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes?

Sascha-Sven Noack

Nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz ist eine Befristung von Arbeitsverträgen mit wissenschaftlichem und künstlerischem Personal ohne Sachgrund für insgesamt zwölf, im Bereich der Hochschulmedizin bis zu fünfzehn Jahren möglich. Der Gesetzgeber hat die Befristungsmöglichkeiten in zwei grundsätzlich voneinander unabhängige Qualifizierungsphasen von jeweils sechs Jahren unterteilt. In den ersten sechs Jahren können Personen befristet werden, die noch nicht promoviert sind. Eine Mindestvertragsdauer des Erstvertrages und der Folgeverträge ist dem Wortlaut der Norm nicht zu entnehmen. Im Regelfall wird während der Beschäftigung an einer Promotion gearbeitet. Allerdings ist diese Zeit auch anrechenbar, wenn gerade nicht an einer Promotion gearbeitet wird bzw. gar keine Promotion während dieser Beschäftigung beabsichtigt ist. Dies könnte dazu führen, dass Tätigkeiten als wissenschaftliche Hilfskraft oder sogar als studentische Hilfskraft unter Umständen das Zeitkonto belasten. Zudem eröffnet auch der Abbruch einer Promotion oder der Wechsel des Promotionsthemas kein neues Zeitfenster. Konsequenterweise fällt die Anfertigung einer zweiten Dissertation in die zweite Qualifizierungsphase. Diese zweite Qualifizierungsphase kann zwingend erst nach Abschluss der Promotion beginnen. Neudeutsch ist daher auch von „Post-Doc-Phase“ die Rede. Wie die wissenschaftliche Qualifikation aussieht, gibt das Gesetz nicht vor. Die Anfertigung einer Habilitationsschrift ist also nur eine denkbare Möglichkeit. Die zulässige Befristungsdauer verlängert sich in dem Umfang, in dem Zeiten einer befristeten Beschäftigung und Promotionszeiten ohne Beschäftigung zusammen weniger als sechs Jahre betragen. Eine Promotion beginnt grundsätzlich mit Themenausgabe und findet ihren Abschluss nach den Regeln der Promotionsordnung. Bei fehlender Regelung kommen entweder der Tag der mündlichen Prüfung oder der Tag der Ver­lei­hung der Urkunde in Betracht.


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