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02 | Februar 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Wer hat Anspruch auf Forschungs- und Lehrzulagen?

Martin Hellfeier

Bei der Forschungs- und Lehrzulage handelt es sich um ein Element des Leistungsbezüge- und Zulagensystems im Rahmen der W-Besoldung. Die Modalitäten für die Gewährung von Forschungs- und Lehrzulagen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. So war es bei Einführung der W-Besoldung im Jahr 2005 lediglich möglich, Forschungs- und Lehrzulagen an Professoren auszuzahlen, die Mittel privater Dritter für Forschungs- oder Lehrvorhaben der Hochschule einwerben. Im Zuge der umgesetzten Föderalismusreform ist es mittlerweile den Ländern überlassen, die Vergabe von Forschungs- und Lehrzulagen eigenständig zu regeln. Auf dieser Basis ist es zu deutlichen Erweiterungen der Forschungs- und Lehrzulage gekommen. Einige Länder haben etwa zwischenzeitlich die Einschränkung aufgegeben, dass eine Forschungs- und Lehrzulage nur gezahlt werden kann, wenn es sich bei dem Drittmittelgeber um einen privaten Drittmittelgeber handelt. Zudem ist der Anspruch auf eine Forschungs- und Lehrzulage teilweise auch auf Juniorprofessoren ausgedehnt worden. Trotz der individuellen Regelungen der Länder ist grundsätzlich zu beachten, dass eine Forschungs- und Lehrzulage nur dann gezahlt werden kann, wenn der Drittmittelgeber eigens Mittel hierfür vorgesehen hat. Die Forschungs- und Lehrzulage wird auf diese Weise zu einem Bestandteil der Besoldung des Hochschullehrers, das heißt die Zulage wird nicht direkt durch einen Dritten an den Hochschullehrer gewährt, sondern über die zuständige Besoldungsstelle an den Beamten ausgezahlt. Im Ergebnis kann der Hochschullehrer damit eine hauptamtliche (Drittmittel-)Tätigkeit wahrnehmen, die mittelbar durch den Drittmittelgeber vergütet wird.


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