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06 | Juni 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Was kann beim Forschungsfreisemester im Ausland steuerlich abgesetzt werden?

Birgit Ufermann

Voraussetzung ist das Vorliegen einer auswärtigen beruflichen Tätigkeit, d.h. wenn man vorübergehend außerhalb der eigenen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte (die eigene Hochschule in Deutschland) tätig ist (§ 9 Abs. 4 EStG). Die Aufwendungen sind im Rahmen der Anlage N als Werbungskosten absetzbar, wenn die Auslandsreise unmittelbar beruflich veranlasst ist und keine nennenswerten Privatinteressen vorliegen. Die Mitnahme der Ehefrau/Familie ist ein Indiz für Privatinteressen. Bei einer gemischt beruflich und privat veranlassten Reise (z.B. Anhängen eines Urlaubs) können Aufwendungen in abziehbare Werbungskosten und nichtabziehbare Aufwendungen nach Zeitanteilen der Reise aufgeteilt werden. Indizien für den unmittelbaren beruflichen Anlass sind eine Genehmigung des Dienstherrn und konkrete Nachweise z.B. zur Nutzung der Forschungsergebnisse oder von Archiv- oder Bibliothekbesuchen. Abzugsfähig sind Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Übernachtungskosten und Reisenebenkosten. Sie können entweder die tatsächlichen Fahrtkosten (Flugkosten, usw.) oder aber einen pauschalen Kilometeransatz von 0,30 Cent für jeden gefahrenen km mit dem PKW ansetzen. Die Verpflegungsmehraufwendungen sind auf die ersten drei Monate der beruflichen Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte beschränkt. Es gelten die seit 1.1.2015 neuen Verpflegungspauschalen für das jeweilige Land (BMF-Schreiben vom 11.11.2014). Die Übernachtungskosten im Ausland werden nur dann steuerlich anerkannt, wenn sie mit Belegen nachgewiesen werden. Für längerfristige Auswärtstätigkeiten an derselben Tätigkeitsstätte können bei doppelter Haushaltsführung maximal 1.000 Euro monatlich für Unterkunftskosten steuerlich anerkannt werden.


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