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03 | März 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Hat ein Juniorprofessor einen Anspruch auf Zwischenevaluation?

Hubert Detmer

Die Zwischenevaluation von Juniorprofessoren steht nicht zur Disposition; der Juniorprofessor hat vielmehr einen Rechtsanspruch auf Durchführung eines rechtsförmigen Verfahrens zur Bewährungsfeststellung. Die Hochschulgesetze der Länder sehen vor, dass rechtzeitig vor Ablauf der ersten zeitlichen Tranche der Juniorprofessur eine Zwischenevaluation für den Amtsinhaber stattzufinden hat. Hat der Juniorprofessor sich in seinem Amt als Hochschullehrer bewährt, so folgt daraus eine Verlängerung seines Zeitbeamtenverhältnisses regelmäßig um weitere drei Jahre. Dabei ist die Entscheidung über die Bewährung des Juniorprofessors eine berufsbezogene Prüfung und unterliegt infolgedessen strengen verfassungsrechtlichen Anforderungen. Weil die Entscheidung über die Bewährung jedoch nur einer eingeschränkten gerichtlichen Überprüfung dahingehend zugänglich ist, ob der gesetzliche Begriff der Bewährung oder die gesetzlichen Grenzen der Beurteilungsermächtigung verkannt worden sind, ob der Beurteilung ein unrichtiger Sachverhalt zugrunde liegt oder ob allgemeine Wertmaßstäbe nicht beachtet oder sachfremde Erwägungen angestellt worden sind, muss das eigentliche Verfahren der Zwischenevaluation strikt wissenschaftsadäquat ausgestaltet sein. Hierzu gehört nach der Rechtsprechung insbesondere das Gebot der sachkundigen Bewertung. Demgemäß müssen vor allem besondere Anforderungen an die Auswahl der Gutachter sowie an deren Tätigkeit gestellt werden (OVG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 19. März 2008). Notfalls kann der Juniorprofessor sich gegen eine negative Entscheidung, wenn die genannten Voraussetzungen nicht erfüllt worden sind oder Verfahrensfehler vorliegen, zur Wehr setzen und vor dem Verwaltungsgericht auf Neubescheidung klagen.


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