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07 | Juli 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Bundeskartellamt stellt sich DEAL nicht entgegen

Bereits Ende Mai hat das Bundeskartellamt entschieden, kein Verfahren gegen das Projekt DEAL einzuleiten. Damit greift die Behörde eine Beschwerde des Börsenvereins des deutschen Buchhandels nicht auf. Dieser hatte DEAL vorgeworfen, seine Marktmacht beim Bezug elektronischer Zeitschriften zu missbrauchen.

„Die Entscheidung des Bundeskartellamts stärkt der Wissenschaft den Rücken“, sagte Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Verhandlungsführer des Projekts DEAL. Hippler rief die Verlage dazu auf, sich endlich „ernsthaft mit den Forderungen der Wissenschaft auseinanderzusetzen“.

Im Rahmen des Projekts DEAL wollen die deutschen Wissenschaftsorganisationen bundesweite Lizenzverträge für elektronische Fachzeitschriften großer Wissenschaftsverlage erreichen. Ein Ziel: niedrigere Kosten für die wissenschaftlichen Bibliotheken. „In den letzten 30 Jahren lag die Preissteigerung für wissenschaftliche Zeitschriften um das Vier- bis Fünffache über dem Anstieg des Verbraucherpreisindex. Heute binden die Ausgaben für die drei großen Verlage Elsevier, Springer Nature und Wiley bereits einen Großteil der Erwerbungsbudgets der wissenschaftlichen Bibliotheken – Tendenz steigend“, so Hippler. Bereits im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Hochschulen und Forschungseinrichtungen ihre Abonnements elektronischer Zeitschriften des Elsevier-Verlags gekündigt, nachdem dieser auch nach mehreren Verhandlungsrunden kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hatte.


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