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03 | März 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Kommission fordert mehr unbefristete Professuren

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) fordert mehr unbefristete Professuren. Diese sollen über das vom Bund geschaffene Tenure-Track-Programm hinausgehen. Die Zahl freier Professuren steige nicht im Verhältnis zu der stark wachsenden Zahl von Nachwuchswissenschaftlern. Dies verschärfe die sogenannte „Flaschenhals-Problematik” an den Hochschulen mit einem starken Mittelbau, aber kaum Stellen an der Spitze der akademischen Karriereleiter, kritisierte die Kommission in ihrem Jahresgutachten 2017. Eine zu geringe Anzahl von Professuren versperre den Nachwuchswissenschaftlern nicht nur ihre berufliche Karriere an den Hochschulen, sondern gefährde auch die Qualität von Forschung und Lehre. Dafür sorge auch ein immer schlechter werdender Betreuungsschlüssel zwischen Studierenden und Lehrenden. Mit Blick auf unsichere Karrierechancen sollten Hochschulen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser auf eine mögliche Karriere außerhalb der Wissenschaft vorbereiten. Bei der Übergabe des Gutachtens betonte EFI-Vorsitzender Prof. Dietmar Harhoff, dass Exzellenzinitiative und verschiedene Förderinitiative die Qualität der deutschen Forschung deutlich steigerten, und plädierte für deren Fortsetzung. Bund und Länder fordert die EFI auf, die Grundfinanzierung von Hochschulen weiter zu verbessern. Dabei seien aufgrund ihrer vorwiegenden Zuständigkeit vor allem die Bundesländer in der Pflicht, aber auch der Bund müsse etwa für die Finanzierung der Lehre mehr Verantwortung übernehmen. Das weltweite Renommee der deutschen Wissenschaft sollte verbessert, eine Platzierung von drei oder mehr deutschen Universitäten unter den weltweit führenden 30 angestrebt werden. Um sich international zu beweisen, müsse Deutschland auch in der Digitalisierung deutlich vorankommen. Politische Zuständigkeiten müssten gebündelt und der Staat „agiler als bisher auf die schnell erfolgenden Veränderungen reagieren“ forderte Harhoff. Er begrüßte das erreichte “3-Prozent-Ziel” von anteiligen Investitionen des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung und riet zu einer neuen Zielmarke von 3,5 Prozent bis 2025.


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