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05 | Mai 2015 Artikel versenden Artikel drucken

Eine Milliarde für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Im Rahmen einer gemeinsamen Bund-Länder-Initiative soll im Jahr 2017 eine Milliarde Euro ausgegeben werden, um neue Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu eröffnen. Mit einer Personaloffensive sollen laut Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Wissenschaftskarrieren planbarer und leichter ermöglicht werden. Die Hochschulen sollen dabei unterstützt werden, moderne Personalentwicklungskonzepte aufzulegen. Außerdem soll das Wissenschaftszeitvertragsgesetz bald erneuert werden, ohne dabei die in der Wissenschaft erforderliche Flexibilität und Dynamik zu beeinträchtigen. Unterdessen haben Bund und Länder in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) die Staatssekretärsarbeitsgruppe damit beauftragt, in den nächsten Monaten die neue gemeinsame Initiative für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu konkretisieren und Ende Oktober einen ersten Zwischenbericht vorzulegen.

Die GWK-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Vera Reiß betonte, den Wissenschaftlern müssten verlässlichere Perspektiven geboten werden. Wer in der Wissenschaft dauerhaft eine Aufgabe erfülle, solle dies auch auf einer Dauerstelle tun können. Mit der neuen Initiative wollten Bund und Länder dieses drängende Problem gemeinsam angehen.

Die stellvertretende GWK-Vorsitzende Professor Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sagte: „Unser Wissenschaftssystem braucht die Ideen und das Engagement von jungen Forscherinnen und Forschern. Um die besten und innovativsten Nachwuchswissenschaftler zu gewinnen, brauchen wir planbare und verlässliche Karrierewege. Mein Ziel ist es, gemeinsam zu einem Strukturwandel zugunsten des wissenschaftlichen Nachwuchses zu kommen.“

Unterdessen hat die SPD-Fraktion im Bundestag Bund und Länder dazu aufgefordert, ab dem Jahr 2017 mindestens 1.500 zusätzliche Juniorprofessuren zu schaffen und damit die aktuelle Zahl zu verdoppeln. Das berichtet der Berliner Tagesspiegel. Die neuen Stellen sollten aber mit einer Tenure Track-Option versehen werden. Rund 720 Millionen Euro müssten dafür innerhalb von zehn Jahren aufgebracht werden. Finanziert werden soll dies aus dem beschlossenen Programm für Nachwuchswissenschaftler. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Horst Hippler begrüßte den Vorstoß. Damit die Hochschulen Stellen für wissenschaftlich Qualifizierte anbieten könnten, sei indes eine angemessene und nachhaltige Finanzierung unerlässlich.


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