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06 | Juni 2017 Artikel versenden Artikel drucken

U15 kritisieren Max Planck Schools

Die German U15, ein Verbund fünfzehn großer Universitäten, hat sich in einem Brandbrief an die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Professorin Johanna Wanka, mit Kritik an der Gründung neuartiger Max Planck Schools gewandt. Das berichtet der Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda in seinem Blog. Schon 2015 hatte die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) vorgeschlagen, dass sich MPG-Direktoren und herausragende Universitätsprofessoren in überregionalen Max Planck Schools zusammenfinden sollten. Bundesministerin Wanka griff die Idee auf, forderte jedoch, dass an den Max Planck Schools auch andere außeruniversitäre Einrichtungen außer der MPG beteiligt werden sollten.

Die „German U15“ begrüßen laut Bericht zwar „grundsätzlich“ den Vorschlag einer themengebundenen Vernetzung von Wissenschaftlern führender Universitäten und der außeruniversitären Forschungsorganisationen, um internationale Spitzenabsolventen für das deutsche Wissenschaftssystem zu gewinnen. In seiner aktuellen Form berge das Konzept der Max Planck Schools jedoch die Gefahr, „dass das Promotionsrecht der Universitäten und ihr Einfluss auf die Entwicklung der Promotion schleichend ausgehöhlt werden“. Statt auf den bewährten Strukturen der in der Exzellenzinitiative geförderten Graduiertenschulen aufzusetzen, solle „ein völlig neuer, bislang nicht erprobter Ansatz“ verfolgt werden, der „keine signifikanten Vorteile“ erkennen lasse.

Dagegen hat der Vizepräsident der MPG, Ferdi Schüth, die Etablierung der Schools verteidigt. „Die MPG strebt kein Promotionsrecht an. Punkt“, sagte er im Interview des Blogs. Die Promotion werde Angelegenheit der Universitäten bleiben. Allerdings wolle man sogenannte „Fast Track-Promotionen“ fördern, bei denen Studierende direkt nach dem Bachelor-Studium ihr Promotionsstudium beginnen. Dies solle aber nur „in Absprache mit den Universitäten“ angeboten werden. Die MPG wolle nicht mit einem fertigen Konzept starten, sondern „aus der Wissenschaft heraus initiativ sein“ und sehen, was wie funktioniere. Es sei keine „Max-Planck-Nummer“, sondern eine Aktivität des gesamten Wissenschaftssystems. Der Name sei deshalb in „Max Planck Schools – a joint initiative between leading German universities and the German research organizations“ angepasst worden. „Max Planck“ sei allerdings die deutsche Wissenschaftsmarke, die „weltweit am etabliertesten“ sei. Die Schools würden ja keine rechtsfähigen Einheiten bilden, stattdessen blieben die beteiligten Forscher immer Teil ihrer Universität oder ihres Forschungsinstituts, sagte Schütz in dem Blog-Interview. Die Entscheidungen sollen in der Kommission fallen, die auch bisher über die Max Planck Research Schools entscheidet. Diese soll über die bisherigen Mitglieder der HRK und von Max Planck um drei Mitglieder von Helmholtz, Fraunhofer und Leibniz erweitert werden.


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