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02 | Februar 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Hochschulleitungen für eine Stärkung der Dekanate

Rechtlich vorgegebene Gremien- und Entscheidungsstrukturen sind nach Einschätzung der Leiter deutscher Hochschulen zwar geeignet für die Entwicklung der Hochschulstrategie, aber nur wenig geeignet, die Umsetzung zu unterstützen. Deshalb setzen sich Rektoren und Präsidenten für eine Stärkung der eigenen Rolle und die der Dekanate ein. In der Hochschulleitung sollte ihrer Meinung nach das Ressortprinzip mit einer Zuordnung der entsprechenden Organisationseinheiten zu den Ressortverantwortlichen gelten, also beispielsweise die Verortung des International Office beim Vizepräsidenten für Internationales. Dekane sollten durch die Etablierung von Fakultäts-Geschäftsführern gestärkt werden. Für die Weiterentwicklung ihres Organisations- und Gover­nance-Systems vertrauen Hochschulen insbesondere auf ihre Peers und auf den kollegialen Austausch. Externe Managementberater werden selten in Anspruch genommen.

Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Beratungsgesellschaft Kienbaum hervor. Befragt wurden die deutschen Hochschulleitungen zu den Mechanismen ihrer Strategiebildung und den darunterliegenden Governance-Strukturen.

Die Hochschulleitungen sind laut Umfrage gespaltener Meinung über den Einfluss staatlicher Steuerungsinstrumente auf die Hochschulstrategie. Immerhin zwischen 25 und 33 Prozent der Hochschulleitungen bescheinigten staatlichen Steuerungsinstrumenten keinen oder nur einen sehr geringen strategischen Einfluss. Den höchsten Einfluss räumen Hochschulleiter Zielvereinbarungen und Drittmittelwettbewerben ein. Den mäßigen Einfluss der staatlichen Steuerungsinstrumente belegen auch die Ergebnisse zum Verhalten bei öffentlichen Ausschreibungen. Die Mehrheit der Hochschulleiter stimmt der Aussage zu, dass sich die Hochschule nur an Wettbewerben beteiligt, wenn diese zu den gesetzten Zielen passen. Hochschulen folgen damit aktuellen Themen deutlich seltener, als manchmal vermutet wird


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