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04 | April 2017 Artikel versenden Artikel drucken

Mindestlohn für Praktika: Mehr Geld, weniger Plätze

Jedes sechste Unternehmen in Deutschland hat nach eigenen Angaben seine Praktikumsplätze wegen des Mindestlohns reduziert. Nach Berechnungen des Stifterverbandes und des Instituts der Deutschen Wirtschaft, Köln, sind bei steigender Studierendenzahl bis zu 53.000 Praktikumsplätze von 2014 auf 2015 verloren gegangen. Das ist vor allem auf große Unternehmen zurückzuführen, die hauptsächlich längere und mindestlohnpflichtige Praktika anbieten. Mittelgroße Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern haben ihr Angebot an Kurz- oder Pflichtpraktika – bei denen der Mindestlohn nicht greift – aufrechterhalten. Das geht aus der aktuellen Studie Bildungsinvestitionen der Wirtschaft hervor. Laut Studie hat die Wirtschaft aber ihre Investitionen in Praktika von 2012 auf 2015 um mehr als 50 Prozent erhöht (2012: 642 Mio. Euro; 2015: 975 Mio. Euro). Der starke Anstieg sei vor allem auf die höheren Praktikantenlöhne zurückzuführen. Anspruch darauf habe zwar nur eine Minderheit der Praktikanten, nämlich jene, die ein freiwilliges Praktikum absolvierten, das länger als drei Monate dauere. Trotzdem habe die Mindestlohneinführung insgesamt zu einer signifikanten Erhöhung des Lohnniveaus für studentische Praktika geführt.


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