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06 | Juni 2017 Artikel versenden Artikel drucken

HRK will keine „Deutsche Lehrgemeinschaft“

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat der Idee einer eigenständigen Organisation zur Förderung der Hochschullehre eine Absage erteilt. Der Wissenschaftsrat hatte unlängst empfohlen, diese Idee zu prüfen. Bund und Länder könnten sich, so der Wissenschaftsrat, mit einer solchen Organisation durch dauerhafte Fördermöglichkeiten und systematische Vernetzung für die Qualitätsentwicklung der Lehre einsetzen.

„Wir brauchen jetzt und auch nach 2020 keine neuen Institutionen, sondern vor allem eine klar konzipierte, verlässliche Hochschulfinanzierung in gemeinsamer Verantwortung von Ländern und Bund“, sagte dagegen HRK-Präsident Professor Horst Hippler. Eine dauerhaft wettbewerbliche Förderung von Lehre wäre nach Ansicht Hipplers ein zweifelhaftes Unterfangen. Zum einen wäre es das politisch völlig falsche Signal, jetzt in großem Umfang eine institutionell verwaltete Programmförderung anzukündigen, während es den Hochschulen seit langem an einer Grundsicherung ihrer Lehrkapazitäten fehle. Zum anderen seien dem wettbewerblichen Vergleich von Lehre und Lehrprojekten Grenzen gesetzt.

Die Stellungnahme des Wissenschaftsrats entspreche allerdings im Übrigen weitgehend den Positionen und Bestrebungen der HRK. Auch die Hochschulen begriffen die Qualität der Lehre selbstverständlich als eine ihrer Kernaufgaben in gemeinschaftlicher Verantwortung. Die HRK arbeite intensiv daran, Expertise zu vernetzen und zu verstetigen und mit Anreizsystemen zu unterstützen, etwa im Rahmen des Projekts „nexus“ oder des „Ars legendi-Preises“.


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