Medizin-Studium Ärztekammer fordert mehr Studienplätze

Die deutschen Ärzte-Vertreter haben Beschlüsse zum Medizin-Studium verabschiedet. Dabei geht es auch um Zugangsvoraussetzungen und Praktisches Jahr.

11.05.2018

"Die Versorgung der immer älter und kränker werdenden Bevölkerung braucht dringend mehr Ärztinnen und Ärzte", fordert die Bundesärztekammer. Die Bundesländer müssten daher die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen, um die Zahl der Studienplätze in der Humanmedizin um bundesweit mindestens zehn Prozent zu erhöhen.

Eine entsprechende Forderung hatte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery bereits im Februar aufgestellt. Jetzt folgte die Entschließung des bis heute stattfindenden Deutschen Ärztetags.

Weiteren Änderungsbedarf sehen die Ärzte bei dem Auswahlverfahren für das Medizinstudium. Vor allem die berufliche Vorbildung von interessierten Studierenden soll laut Ärztetag ein stärkeres Gewicht bei der Auswahl haben. Neben Abschlüssen in medizinischen Fachberufen müsse auch eine mindestens einjährige Pflegezeit in Anstellung als Vorbereitung auf das Medizinstudium anerkannt werden, so die Forderung, sofern sie die Bedingungen des Tarifvertrages für Pflegepersonal erfülle.

Insgesamt sollte ein bundesweit einheitliches Verfahren für die Auswahl von Medizin-Studierenden eingeführt werden, in das die Abiturnote sowie die Ergebnisse eines einheitlichen schriftlichen Tests und eines standardisierten Assesment-Verfahrens zu je einem Drittel einfließen. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts hatte vorgegeben, die Auswahlverfahren für das Medizin-Studium neu zu regeln, da die Abiturnote zu stark über die Chance eines Studienplatzes entscheide.

In einer weiteren Entschließung forderte der Ärztetag das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf, die Qualität des Praktischen Jahres (PJ) zu verbessern. Dafür sollten an jedem akademischen Lehrkrankenhaus einschließlich der Universitätsklinika zusätzliche Ärztinnen und Ärzte für die Lehre freigestellt werden.

kas