Foto von Helge Braun (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben
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Plagiatsvorwürfe
Helge Braun soll Doktorgrad behalten

Die Uni Gießen hat nach Plagiatsvorwürfen die Doktorarbeit von Helge Braun überprüft. Es habe keine Täuschungsabsicht vorgelegen, schließt die Uni.

02.06.2021

Die Gießener Justus-Liebig-Universität hat bei der Überprüfung der Doktorarbeit von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) keine Täuschungsabsicht festgestellt. Ein Entzug des Doktortitels komme daher in diesem Fall nicht in Betracht, teilte die Hochschule am Mittwoch mit. Laut der Kommission gibt es jedoch an einigen Stellen formale Fehler. Diese seien zu korrigieren, hieß es.

Braun, der auch Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Gießen ist, promovierte 2007 im Alter von 35 Jahren zum Doktor der Medizin. Seine Doktorarbeit befasste sich mit dem Einfluss intraoperativer Tachykardien (Herzrasen während einer Operation) auf die postoperative Prognose.

Die Universität war in den vergangenen Wochen Vorwürfen nachgegangen, wonach "substanzielle Ergebnisse der Dissertation" bereits zuvor in einer anderen Publikation veröffentlicht worden seien. Braun selbst sei Mitautor dieser Publikation gewesen, in seiner Dissertation werde die Vorpublikation erwähnt. Zudem seien Hinweise auf Übereinstimmungen von Textpassagen mit anderen Dissertationen der damaligen Arbeitsgruppe überprüft worden.

Die Kommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis habe "nach eingehender Prüfung aller Vorwürfe, nach der Stellungnahme des Betroffenen und der Anhörung von Zeugen" abschließend festgestellt, dass das Vorgehen "seinerzeit geübte Praxis in der damaligen Arbeitsgruppe war". Sie sei insgesamt zu dem Ergebnis gelangt, dass Braun die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Vorpublikation selbstständig weiterentwickelt und verfestigt habe.

dpa/ckr

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