Das Foto zeigt das Gebäude der Zentrale der Fraunhofer-Gesellschaft in München
dpa

Forschungstransfer DFG will enger mit Fraunhofer und Industrie kooperieren

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert fast ausschließlich die Grundlagenforschung. Nun will sie sich der Industrie gegenüber mehr öffnen.

06.07.2018

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Fraunhofer-Gesellschaft wollen ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Forschungstransfers vertiefen. Dazu wollen sie trilaterale Kooperationsprojekte ausschreiben, die den Übergang von der Grundlagenforschung in die Anwendung verbessern sollen. Der Rahmen für eine entsprechende Zusammenarbeit wurde nun vereinbart, teilte die DFG mit.

Eine engere Kooperation ist nach Ansicht der Wissenschaftsorganisationen notwendig, weil "hervorragende Grundlagenforschung der Universitäten nicht immer mit der notwendigen Geschwindigkeit die ökonomische und gesellschaftliche Wirkung" erreiche. Oftmals scheitere es schon an der Suche nach geeigneten Partnern, sowohl seitens der Universitäten als auch der Industrie.

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) verfügten häufig nicht über forschungsstarke Abteilungen, die als aktive Schnittstelle zur Grundlagenforschung fungierten. Gleiches gelte für Start-up-Unternehmen.

DFG: Fairer Ausgleich der Interessen notwendig

Nach Ansicht von DFG-Präsident Professor Peter Strohschneider entfalten Forschung und Innovation "nicht zuletzt dort vielfältige gesellschaftliche und ökonomische Wirkung, wo bloße Impact-Erwartungen nicht schon gleich ein Förderkriterium sein müssen". So geförderte und damit für eine weitere Verwertung eher überraschende Ergebnisse sollen jetzt durch "die neue Form der Kooperation mit Fraunhofer eine systematische Chance auf Weiterentwicklung" erhalten. Die DFG lege dabei "größten Wert auf einen fairen Ausgleich der Interessen und eine klare Beantwortung komplexer Verwertungsfragen".

"Wir begrüßen die Kooperation ausdrücklich, denn sie stärkt die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Während die von der DFG geförderten Universitäten ihre neuesten Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung einbringen, fungieren die Fraunhofer-Institute als wichtige Mittler zwischen den Hochschulen und Anwendungspartnern, um einerseits die notwendige Vorlaufforschung durchzuführen und andererseits die Brücke zur Industrie herzustellen“, sagte Fraunhofer-Präsident Professor Reimund Neugebauer.

Rechte und Pflichten sollen durch einen Kooperationsvertrag geregelt werden

Die trilateralen Kooperationsprojekte sollen auf den Ergebnissen DFG-geförderter Projekte basieren, die von den drei Partnern auf Grundlage eines gemeinsamen Arbeitsprogramms weiterentwickelt würden. Fraunhofer soll dabei die Federführung bei der Verwertung der Projektergebnisse gegenüber den Anwendungspartnern oder bei weiteren Interessenten aus der Industrie übernehmen. Im Gegenzug werde die Universität mit einem festen Prozentsatz an den Erlösen beteiligt.

Der Universitätsteil des Projekts soll von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einer Hochschule geleitet werden, die anderen Projektteile entsprechend von Mitarbeitenden der Fraunhofer Gesellschaft beziehungsweise vom Industriepartner. Bei der Antragstellung muss der potenzielle Industriepartner bereits ebenso bekannt sein wie dessen Beitrag am gemeinsamen Arbeitsprogramm, heißt es bei der DFG. Die Rechte und Pflichten der drei Partner würden, wie bei Transferprojekten üblich, durch einen Kooperationsvertrag geregelt.

gri