Das Foto zeigt ein Rotkehlchen.
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Tierversuche Uni Oldenburg wehrt sich gegen Kritik an Rotkehlchen-Versuchen

An der Universität Oldenburg wurden Rotkehlchen für die Forschung getötet. Tierschützer kritiserten dies vehement.

08.08.2018

Wissenschaftler der Universität Oldenburg haben ihre Experimente mit Rotkehlchen zur Verhaltensbeobachtung gegen Kritik des Vereins "Ärzte gegen Tierversuche" verteidigt. Jeder Versuch mit einem gefangenen Vogel oder dessen Tötung sei durch die zuständigen Behörden ausdrücklich genehmigt und entspreche in jeder Hinsicht den gesetzlichen Bestimmungen, hieß es in einer Stellungnahme, die die Hochschule der dpa am Dienstag übermittelte.

Der Verein "Ärzte gegen Tierversuche" hatte kritisiert, dass in Oldenburg seit mindestens 14 Jahren freilebende Rotkehlchen gefangen und grausamen Experimenten ausgesetzt würden. In einem Versuchsprojekt seien 40 Rotkehlchen geköpft worden, um ihre Augennetzhäute zu untersuchen, berichtete der Verein.

Professor Henrik Mouritsen von der Arbeitsgruppe Neurosensorik der Uni erklärte: "Wir als Biologen und Wissenschaftler fühlen uns in unserer Forschung der Natur verpflichtet." Die Zahl der getöteten Tiere sei für eine große, experimentell tätige Arbeitsgruppe sehr gering, vor allem gemessen an der hohen Relevanz der wissenschaftlichen Erkenntnisse.

2017 wurden laut Uni 16 Rotkehlchen "fachgerecht und tierschutzkonform" getötet. Betrachte man die vergangenen fünf Jahre habe die durchschnittliche Zahl bei 28 Tieren im Jahr gelegen. Die Erkenntnisse leisteten wertvolle Beiträge für den Vogelschutz. So habe man 2014 unter anderem nachweisen können, dass Elektrosmog einen negativen Einfluss auf Zugvögel habe, indem er diese bei der Orientierung störe.

dpa