Studierende in einer Prüfung
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Lehrveranstaltungen Was macht eine gute Prüfung aus?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Leistungen von Studierenden zu bewerten. Einige Qualitätsstandards sollten aber immer gelten.

12.04.2018

Ob Vorlesung, Seminar oder Ferienkurs: jedes Lehrangebot an Hochschulen schließt in der Regel mit einer Prüfung ab. Die kann sowohl für Dozenten wie auch Studierende zur Belastung werden, egal ob Hausarbeit, schriftliche und mündliche Prüfung oder computerbasierter Test. 

"Durch die hohe Relevanz und die Bewertungssituation sind Prüfungen bei Studierenden oft angstbesetzt", schreiben die Autorinnen Dr. Miriam Hansen und Dr. Sabine Fabriz von der Goethe-Universität Frankfurt in einem Artikel für Forschung & Lehre. Für die Lehrenden werde es oft nachträglich kompliziert: "Dies liegt unter anderem daran, dass Prüfungen oft Anlass für Unmut, Kritik oder Beschwerden von Studierenden sind", so die Autorinnen.

In ihrem Beitrag definieren Hansen und Fabriz Ansatzpunkte, um die Prüfungssituation im Hochschulalltag besser zu gestalten. Dabei betonen sie etwa, wie wichtig es sei, zu Beginn einer Veranstaltung konkrete Lernziele zu definieren und diese den Studierenden klar zu kommunizieren. Nur so könne verhindert werden, dass Studierende falsche Erwartungen hätten.

Bewertungskriterien detailliert definieren

Für die Gestaltung der Prüfung müsse man sich als Dozentin oder Dozent dann ganz konkret die Frage stellen, woran man feststelle, dass die Studierenden die zuvor definierten Lernziele erreicht hätten – oder eben nicht – und welche Abstufungen es bei der Bewertung pro Lernziel geben soll.

"Damit eine Prüfung aussagekräftig ist, muss sie denselben Gütekriterien genügen wie andere psychologische Diagnostikverfahren", schreiben die Autoren. Bedeutet: Sie muss objektiv, reliabel und valide sein. Objektiv seien sie unter anderem, wenn alle Studierende dieselben Informationen zur Vorbereitung hätten und diese etwa nicht nur bekannt gegeben würden, wenn ein Student explizit danach frage. Um die Reliabilität zu sichern, müssten Dozenten sich mögliche Bewertungsfehler vor Augen führen und sollten ihrer Beurteilung mehrere Aufgaben zugrundelegen.

Valide seien Prüfungen, wenn tatsächlich das bewertet wird, was bewertet werden soll. Das klingt logisch, doch man lasse sich häufiger als gedacht von nebensächlichen Faktoren lenken, so die Autorinnen.

kas