Karriere

Von der Promotion über die Postdoc-Phase bis zur Professur – diese Rubrik unterstützt mit kurzen Ratgeber-Texten und ausführlichen Hintergrund-Artikeln Ihre berufliche Karriere.


Ein Fragezeichen in Sand gemalt
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FAQ
Was bedeutet "Titellehre"?

Privatdozierende sind zur sogenannten "Titellehre" verpflichtet. Was verbirgt sich hinter dem Begriff und wann kann ihnen der Titel entzogen werden?

Von Juliane Lorenz 04.05.2016

Mit der Erteilung der Lehrbefugnis (venia legendi), das heißt der Befugnis zur selbständigen Lehre an der Hochschule für ein bestimmtes wissenschaftliches Fach oder Fachgebiet, ist im Regelfall das Recht zur Führung der Bezeichnung ,"Privatdozent" oder ,"Privatdozentin" verbunden. In einigen Bundesländern können habilitierte Wissenschaftler den akademischen Grad "Dr. habil." führen.

Die Privatdozentur begründet kein Dienst- oder Angestelltenverhältnis und keinen Anspruch auf einen Arbeitsplatz. Mit der Privatdozentur ist das Recht zu Lehren verbunden, wobei die Privatdozentin oder der Privatdozent auch befugt ist, parallel zu lesen. Dem steht die Pflicht zu Lehren, das heißt in einem bestimmten Umfang selbständige Lehre anzubieten, gegenüber. Diese Verpflichtung wird auch als "Pflichtlehre" beziehungsweise "Titellehre" bezeichnet. Sie umfasst in der Regel zwei Semesterwochenstunden und erfolgt unentgeltlich.

Soweit die Privatdozentin oder der Privatdozent aus Gründen, die er zu vertreten hat, in seinem Fachgebiet über eine bestimmte Zeit, in der Regel ein oder zwei Jahre, keine Lehrveranstaltungen abgehalten hat, kann die venia legendi erlöschen beziehungsweise entzogen werden. Um dem entgegenzuwirken, kann die Privatdozentin oder der Privatdozent auf Antrag zeitlich befristet von der Titellehre entbunden werden. Erleichterungen sind auch durch Blockveranstaltungen möglich.