Türkei
Erdogan ernennt weitere Rektoren an Hochschulen

Der türkische Präsident hat für sechs weitere Hochschulen Rektoren ernannt. In Istanbul hatte die externe Benennung zuletzt zu Protesten geführt.

26.04.2021

Die Hochschulen in der Türkei verlieren an Autonomie. Der türkische Präsident und Vorsitzende der Regierungspartei AKP, Recep Tayyip Erdogan, hat für sechs Universitäten neue Rektoren ernannt, berichtete "University World News". Dies seien die Universitäten Bartin, Bayburt, Cankiri Karatekin, Igdir, Ibn Haldun und Izmir Demokrasi. Zudem habe er die Amtszeit von Professor Nihat Hatipoglu als Rektor der Islamischen Wissenschafts- und Technologieuniversität Gaziantep verlängert. Hatipoglu sei Moderator und Kolumnist der regierungsnahen Tageszeitung Sabah.

Zur Ernennung der Leitungspositionen an Hochschulen ermächtigt ist der Präsident seit einem im Oktober 2016 verabschiedeten Gesetz. Dieses folgte auf den Ausnahmezustand während des Putschversuchs im Juli 2016, währenddessen der Ministerrat die autonomen Rektorwahlen an den Universitäten abgeschafft hatte. Zuvor konnte der Präsident laut Bericht einen der drei Kandidaten mit den meisten Stimmen bei Universitätswahlen ernennen.

Erdogans Ernennung von Professor Melih Bulu an die Bogazici-Universität in Istanbul zu Beginn des Jahres hatte Proteste unter den Studierenden sowie Akademikerinnen und Akademikern der Hochschule ausgelöst. Während der gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei kam es zu zahlreichen Verhaftungen und Anklagen.

ckr