Schweizer Flagge und Europa-Flagge vor einem See
picture alliance | Martin Schroeder

Europäischer Forschungsraum
Schweiz bei EU-Forschung außen vor

Die gescheiterten Verhandlungen der Schweiz mit der EU haben Folgen für die EU-Forschung. Die Schweiz gilt nun als "nicht-assoziierter Drittstaat".

15.07.2021

Sieben Wochen nach der Absage an eine engere Bindung an die EU bekommt die Schweiz Konsequenzen zu spüren: Forscherinnen und Forscher bekommen künftig praktisch keine EU-Forschungsgelder mehr. Sie könnten sich zwar um Mitarbeit an Projekten bewerben, die Finanzierung werde dann aber die Schweiz übernehmen, teilte das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation am Mittwoch in Bern mit. Von der Teilnahme an Einzelprojekten etwa des Europäischen Forschungsrats (ERC) - oft als Champions League in der Wissenschaft bezeichnet - seien Schweizer ausgeschlossen.

Die Schweiz gilt bei dem EU-Forschungsprogramm "Horizon" nur noch als "nicht-assoziierter Drittstaat". Für diese Länder gibt es kaum noch Finanzierungshilfen. Die Schweiz strebe eine engere Einbindung weiter an, so das Staatssekretariat. Verhandlungen fänden aber zurzeit nicht statt. "Die Europäische Kommission (hat) die Aufnahme von Verhandlungen in den Zusammenhang der Gesamtbeziehungen Schweiz – EU (gestellt)", teilte es mit.

Das "Horizon Europe"-Programm dauert von 2021 bis 2027 und ist mit einem Gesamtbudget von gut 95 Milliarden Euro das weltweit größte Forschungs- und Innovationsförderprogramm.

Die Schweiz hatte im Mai jahrelange Verhandlungen über einen Rahmenvertrag mit der EU abgebrochen. Die EU wollte alle bilateralen Abkommen darunter zusammenfassen und in Teilbereichen eine engere Bindung. Die Schweiz verhandelte zwar, sah aber zum Schluss ihre Souveränität in Gefahr und unüberbrückbare Differenzen.

dpa

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