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Kommentar We're still in!

Die Kooperation der Universität Oxford mit Berliner Universitäten setzt ein positives Zeichen für Europa. Nachahmenswert, meint der Kommentator.

Von Felix Grigat Ausgabe 1/18

Die US-amerikanische Regierung unter Donald Trump hat das Pariser Klimaabkommen gekündigt. Die demonstrative Reaktion vieler US-amerikanischer Bundesstaaten, Konzerne, Städte, Universitäten und Wissenschaftler ist ein kraftvolles "We’re still in!". Der March for Science hat den Protest von Wissenschaftlern gegen die Verachtung der Wissenschaft weltweit auf die Straße getragen.

Großbritannien ist aus der Europäischen Union ausgetreten. Ein Drama für Europa und die europäische Wissenschaft. Doch auch hier regt sich kreative Gegenwehr, eine Art "Graswurzelrevolu­tion" auf institutioneller Ebene. Es ist ein Hoffnungszeichen, dass die Universität Oxford und die Berliner Universitäten enger zusammenrücken und kooperieren wollen. Die altehrwürdige und weltweit stets unter den besten Universitäten gelistete Universität verstehe sich dezidiert als "europäische Universität". Und so stelle man sicher, dass man auch eine bleibe. Nebenbei könnte Oxford auch EU-Mittel bekommen. Unverstand in Politik und Regierungen, ja Wissenschaftsverachtung, können die Wissenschaft massiv behindern. Doch hat sie weiter Möglichkeiten, dies zu unterlaufen und zu sagen "We’re still in!". Wissenschaft braucht Freiheit und muss über nationale Grenzen hinweg kooperieren. Der Mut jedes einzelnen Wissenschaftlers zu öffentlicher Kritik ist gefordert.