Karriere

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Illustration von Harvey J. Alter, Michael Houghton und Charles M. Rice
Nobel Media III. Niklas Elmehed.

Nobelpreise 2020
Medizin-Nobelpreis für Hepatitis-Forschung

Die Woche der Nobelpreise hat begonnen. In der Kategorie Medizin und Physiologie wurden zwei US-Amerikaner und ein Brite ausgezeichnet.

05.10.2020

Die Nobelversammlung am Karolinska-Institut in Schweden hat den diesjährigen Nobelpreis für Medizin und Physiologie verliehen. Ausgezeichnet wurden Harvey J. Alter (USA, NIH), Michael Houghton (Großbritannien, University of Alberta) und Charles M. Rice (USA, Rockefeller University) für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus. Das teilten das Karolinska-Institut und die Nobelstiftung am Montag in Stockholm mit.

Das Virus sei eines der Hauptursachen für chronische Leberentzündungen (Hepatitis). Die Preisträger hätten mit ihren Entdeckungen in den 70er und 80er Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung der durch Blut übertragenen Hepatitis geleistet, "ein Meilenstein im Kampf gegen Viruserkrankungen", begründete die Nobelversammlung ihre Entscheidung. Es handele sich um ein großes globales Gesundheitsproblem, das bei Menschen auf der ganzen Welt Leberzirrhose und Leberkrebs verursache.

Heute gebe es hochsensitive Bluttests auf das Hepatitis C-Virus und Medikamente, mit denen die Krankheit geheilt werden könne. Die Entdeckung des Virus und die nachfolgenden Entwicklungen hätten die Weltgesundheit maßgeblich verbessert. Eine Impfung gegen das Virus gibt es bei Hepatitis C im Gegensatz zu Hepatitis A und B noch nicht.

Die Auszeichnung ist in diesem Jahr mit zehn statt wie bislang neun Millionen Schwedischen Kronen dotiert, umgerechnet rund 950.000 Euro. Die Preisträger teilen sich das Geld zu gleichen Teilen.

1976 erhielt der US-Amerikaner Baruch S. Blumberg den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung des Hepatitis B-Virus, das ebenfalls durch Blut übertragende Leberentzündungen auslöst.

Die Medizin-Nobelpreisträger 2015-2019

2019: William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Großbritannien) und Gregg Semenza (USA). Sie hatten herausgefunden, wie Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich daran anpassen.

2018: Der US-Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs.

2017: Die US-Forscher Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young für die Erforschung der Inneren Uhr.

2016: Der Japaner Yoshinori Ohsumi, der das lebenswichtige Recycling-System in Körperzellen entschlüsselt hat.

2015: Die Chinesin Youyou Tu, die den Malaria-Wirkstoff Artemisinin entdeckt hat. Sie teilte sich den Preis mit dem gebürtigen Iren William C. Campbell und dem Japaner Satoshi Omura, die an der Bekämpfung weiterer Parasiten gearbeitet hatten.

Insgesamt wurden bislang 110 Nobelpreise für Medizin und Physiologie an 207 Preisträger und 12 Preisträgerinnen verliehen. Im vergangenen Jahr wurden die beiden US-Amerikaner Gregg L. Semenza und William G. Kaelin Jr.  sowie der Brite Sir Peter J. Ratcliffe ausgezeichnet. Sie erforschten den Mechanismus, mit dem sich Zellen an einen veränderten Sauerstoffgehalt anpassen.

Die Nobelwoche geht am Dienstag und Mittwoch mit der Vergabe der Nobelpreise in Physik und Chemie weiter. Am Freitag wird der Friedensnobelpreis verliehen und am kommenden Montag folgt die Bekanntgabe der Preisträger für Wirtschaft.

ckr