Wintersemester
Neuer Höchststand bei Zahl der Studierenden

Die Zahl der Studierenden steigt seit Jahren. Unter den Studienanfängern ist der Trend jedoch rückläufig, auch wegen der Corona-Pandemie.

11.12.2020

Die Zahl der Studierenden an deutschen Hochschulen ist weiter angestiegen und erreicht damit einen neuen Höchststand. Im Wintersemester 2020/2021 sind insgesamt rund 2,95 Millionen Studentinnen und Studenten eingeschrieben, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt nach ersten vorläufigen Ergebnissen mit.

An Universitäten sei die Zahl der Studierenden mit einem Plus von 0,1 Prozent nahezu unverändert. Einen deutlichen Anstieg verzeichneten hingegen die Fachhochschulen, wo in diesem Wintersemester fünf Prozent mehr Studierende eingeschrieben seien. Auch die Verwaltungsfachhochschulen und die Kunsthochschulen verzeichneten einen Zuwachs um sieben beziehungsweise drei Prozent.

Die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger an deutschen Hochschulen sei hingegen zum dritten Mal in Folge gesunken. Im Studienjahr 2020 – Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/21 – hätten rund 489.000 Personen erstmals ein Studium aufgenommen. Das seien rund vier Prozent weniger als im Vorjahr. Der aktuelle Rückgang sei in der Corona-Pandemie begründet, durch die ausländische Studierende ausgeblieben seien und Hochschulen ihr Studienangebot eingeschränkt hätten.

Zwischen einzelnen Ländern bestehen dabei große Unterschiede. Während die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in Niedersachsen besonders stark gesunken sei, seien in Thüringen besonders viele Erstsemester hinzugekommen. In Niedersachsen liege dies an einem kleineren Abiturjahrgang nach der Wiedereinführung von G9 an Gymnasien, in Thüringen am Ausbau einer privaten Fern-Fachhochschule.

Nach Ansicht des Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Professor Peter-André Alt, ist das neue Rekordniveau unter den Studierenden "ein Ausdruck des Vertrauens in die Hochschulen". Darin spiegele sich auch die Leistung der Hochschulangehörigen, die in der Corona-Pandemie den Lehrbetrieb am Laufen hielten. Damit aus den Übergangslösungen ein zukunftsfähiger Betrieb und eine positive Studienperspektive entstehen könne, forderte die HRK mehr Geld für die Hochschulen. Ein den Zukunftsvertrag Studium und Lehre "flankierendes Bund-Länder-Programm für digitale Infrastrukturen und Personal" sei jetzt "äußerst sinnvoll", so Alt.

ckr