Portraitfoto von Professor Jan Boelen
Z33/Jan Boelen/Veerle Frissen

Staatliche Hochschule für Gestaltung
Rektor Jan Boelen abgewählt

Der Konflikt zwischen der Professorenschaft der Staatlichen Hochschule für Gestaltung und ihrem Rektor Jan Boelen ist eskaliert. Er wurde abgewählt.

13.04.2022

Die Staatliche Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe muss sich einen neuen Rektor suchen. Amtsinhaber Professor Jan Boelen sei auf Antrag von Professoren und Professorinnen abgewählt und seine Amtszeit damit vorzeitig zum 31. März beendet worden, teilte die Hochschule am Dienstag mit. Dafür war eine Zweidrittelmehrheit erforderlich gewesen, wie es weiter hieß. Grund sei verloren gegangenes Vertrauen, sagte der Kanzler der Hochschule, Thomas Fröhlich. Weitere Details dazu nannte er nicht. Boelens Amtszeit hätte eigentlich erst Ende 2024 geendet.

Das Wissenschaftsministerium geht nach Worten einer Sprecherin von einem bereits länger schwelenden Konflikt zwischen Rektor und Professorenschaft aus. Dieser Konflikt habe sich nach Wahrnehmung des Ministeriums seit Mitte vergangenen Jahres leider deutlich verschärft. Vermittlungsversuche seien nicht von Erfolg gekrönt gewesen.

Konkrete Auswirkungen auf Studium und Lehre habe die Abwahl nicht, erklärte Fröhlich. "Das Rektorat wird für die Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Verlässlichkeit, Kontinuität und Transparenz gewährleisten." Über das weitere Verfahren würden die zuständigen Gremien in Kürze entscheiden. Dass ein Nachfolger noch in diesem Jahr bestimmt wird, sei aber unwahrscheinlich.

Die Hochschule war lange vom Philosophen Peter Sloterdijk geleitet worden, danach übernahm im Jahr 2016 der Medientheoretiker Professor Siegfried Zielinski das Amt. Im Jahr 2018 schied auch er vorzeitig aus. Die Hochschule stellt sich seit einiger Zeit neu auf, nachdem der Landesrechnungshof eine Strukturreform empfohlen hatte. Ein sogenannter Strukturenentwicklungsplan sei im vergangenen Jahr noch unter Leitung von Boelen vorgelegt worden und bereits in der Umsetzung, erklärte Fröhlich.

dpa/cpy