Peter-André Alt, Präsident der HRK
HRK/David Ausserhofer

Corona-Semester
HRK sieht gute Chance für Wintersemester in Präsenz

Die Hochschulrektorenkonferenz strebt für den Winter Präsenzlehre an. Vorausgesetzt die Impfungen schreiten voran und die Pandemielage lässt es zu.

16.07.2021

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Kontakteinschränkungen haben die deutschen Hochschulen während der vergangenen drei Semester in überwiegend digitale Bildungsanbieter verwandelt. "Ihr Ziel ist es nun, im kommenden Wintersemester 2021/22 wieder ein Präsenzstudium zu ermöglichen, soweit es die Rahmenbedingungen zulassen", erklärte Professor Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), am Freitag.

Die Hochschulen müssten alle Spielräume nutzen, um die Studierenden im Studienalltag zu unterstützen. "Die Hochschulen haben nach heutigem Stand eine sehr gute Chance, deutlich mehr Präsenzangebote machen zu können als noch in diesem Sommersemester", konstatierte der HRK-Präsident gegenüber Forschung & Lehre. Bei einer "Verschärfung der pandemischen Situation" sei jedoch eine flächendeckende Rückkehr zu rein digitalen Formaten notwendig.

Zentraler Faktor bei den Planungen bleibe die sich stetig verändernde Pandemielage. Der Gesundheitsschutz müsse gewährleistet werden. "Die Hochschulen werden die Erfahrungen aus den vergangenen drei Semestern zur Bewertung lokaler Risiken und zur verantwortungsvollen Gestaltung des Zugangs zu Präsenzveranstaltungen heranziehen", teilte Alt mit.

Pläne der Hochschulen noch offen

Derzeit richteten sich die Hochschulen noch auf unterschiedliche Szenarien für das nächste Semester ein, die sich weitgehend an der sogenannten 3G-Regel (Zugang für Geimpfte, Getestete und Genesene) orientierten. Denkbar sei etwa, dass so Übungen und Seminare mit Maske und unter Einhaltung der Abstands- und Lüftungsregeln in Präsenz stattfinden könnten, größere Vorlesungen eher digital durchgeführt würden. Möglich, aber voraussichtlich nicht die Regel, seien zudem hybride Formate, an denen Studierende entweder digital oder auch in Präsenz teilnehmen könnten. Beliebig lange könnten Hochschulen jedoch nicht parallel mit unterschiedlichen Szenarien planen, mahnte Alt.

"Der Appell der HRK geht an die Länder, insbesondere über die Abstandsregeln klar zu entscheiden, da diese essentiell für die Raumkapazitäten sind. Auch für die Maskenpflicht gelten die Landesregelungen", betonte Alt gegenüber Forschung & Lehre. Eine "Mindest-Impfquote" oder "Maximal-Inzidenz" für den Präsenzbetrieb gebe es nicht. "Wo Grenzen des Machbaren sind, ist nach den Verhältnissen an den Hochschulen und in den Fächern und Veranstaltungsformaten sehr unterschiedlich."

Um die Situation für die Hochschulen handhabbarer zu machen, brauche es zuvorderst mehr Impfungen für Studierende. "Es geht darum, den notwendigen Anteil von Tests so weit wie möglich zu verringern und die Zugangskontrollen möglichst zu vereinfachen", erklärte Alt. Der Fortschritt der Impfkampagne entscheide wesentlich über die Handlungsmöglichkeiten der Hochschulen. "Daher bitte ich alle Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschulen, Impfangebote an ihren Heimat- oder Studienorten wahrzunehmen, damit wir die Hochschulen wieder zu Lern- und Diskussionsorten machen können, wo wissenschaftlicher Diskurs und soziale Begegnung Hand in Hand gehen", schloss der HRK-Präsident.

ckr

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