Türkei
Erste Professorin muss wegen Friedenspetition ins Gefängnis

Zahlreiche Akademiker haben sich 2016 in einer Petition gegen die Politik Erdogans aufgelehnt. Füsun Üstel wurde deswegen jetzt verurteilt.

20.03.2019

Rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in Berlin gegen die Verurteilung ihrer türkischen Kollegin Füsun Üstel demonstriert. Die meisten von ihnen stammen aus der Türkei, aber auch aus Deutschland und Frankreich, berichteten Medien am Dienstag. Üstel ist demnach als erste Professorin in der Türkei verhaftet worden, weil sie 2016 wie hunderte andere eine Petition gegen die Politik von Präsident Recep Erdogan unterschrieben habe. Sie muss laut Informationen des "Tagesspiegels" für 15 Monate in Haft.

Der türkische Staatschef Recep Erdogan hatte nach Bekanntwerden der Petition unmittelbar angekündigt, dass die Unterzeichner "dafür bezahlen" müssten. 650 der Unterzeichner sind laut "Deutschlandfunk" bislang vor Gericht gekommen, 137 seien mittlerweile verurteilt. Die meisten Urteile seien allerdings noch nicht rechtskräftig. Über 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seien von ihren Universitäten entlassen, in den Ruhestand versetzt oder zum Rücktritt genötigt worden. Viele hätten die Türkei verlassen.

kas