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Nahaufnahme der TikTok App auf einem Smartphone-Display.
mauritius images / Valentin Wolf / imageBROKER

Soziale Medien
Wenn Forschende TikTok nutzen

Eine Studie hat die Verwendung der Plattform TikTok durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersucht. Sie gibt Tipps und Warnungen.

23.11.2021

Forschende des Knowledge Media Design Institutes der Universität von Toronto haben analysiert, wie verschiedene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Social-Media-Plattform TikTok nutzen, um ihre Forschungen zu kommunizieren.

Über TikTok können Nutzerinnen und Nutzer kurze selbstgedrehte Videos verbreiten. Während YouTube-Videos eher einer Vorlesung ähnelten, gleiche TikTok einer Konversation, so Co-Studienleiter JP King. Er betont den Dialogcharakter der Plattform: Besonders sei dabei die Aufforderung an die Nutzerinnen und Nutzer, sich aktiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen, Videoantworten zu produzieren oder die Originalvideos mit eigenen zu remixen.  

Gerade in diesem Austausch sähen Forschende, die die Plattform nutzten, Potential: TikTok erlaube es, Ideen zu verbreiten, die zum Nachdenken anregten, und kreative neue Wege der Wissensverbreitung jenseits von Seminarräumen anzubieten. So könnte auch ein eher wissenschaftsfernes Publikum erreicht werden.

Kaum Kontrolle über eigene TikTok-Inhalte

Allerdings sehen die Studienautorinnen und Studienautoren im Austausch auch Gefahren: Bei TikTok-Videos sei es schwierig, geistiges Eigentum von Ideen zu schützen. Die Videos an sich könnten durch das Remixen aus dem Kontext gerissen werden, so dass ernsthaft gemeinte Statements zur eigenen Forschung ohne Zustimmung der Urheber in einem Song oder Witz wiederverwendet werden könnten, es sei denn dies ist durch die Privatsphäre-Einstellungen untersagt. Die Forschenden empfehlen zu beobachten, welche Daten TikTok speichert und diese herunterzuladen und zu prüfen, ob man solche Informationen über sich preisgeben möchte.

Die kanadische Studie empfiehlt Forschenden einen differenzierten Umgang mit TikTok: Ihnen müsse klar sein, dass sie kaum Kontrolle über ihre Inhalte haben, sobald diese online publiziert seien. Sie müssten ebenfalls bedenken, dass bereits ein einzelnes Video ihre persönliche Marke beeinflussen könnte, beispielsweise, wenn private Meinungen deutlich würden, die institutionellen Werten widersprechen.

Bei der konkreten Umsetzung sollten die Videos den Forschenden zufolge mit einer Länge von unter einer Minute kurz und simpel sein. Humoristische und erzählerische Elemente seien empfehlenswert, ebenso wie die Aufforderungen an Nutzer, beispielsweise Experimente nachzumachen und sich dabei zu filmen, da dies Austausch und damit die Währung von Social-Media-Plattformen generiere.

Für ihre Studie haben die Forschenden das Nutzerverhalten auf TikTok analysiert und die Folgen von Daten(un)sicherheit und Privatsphäreeinstellungen in bestehender Forschungsliteratur zusammengetragen.

cpy