Ein Schriftzug von Erasmus+ an einem Gebäude in Warschau.
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Erasmus+
159 Erasmus-Projekte fördern weltweite Hochschulbildung

Insgesamt arbeiten 2.500 Akteure aus 130 Ländern zusammen. Fünf Millionen zusätzliche Euro fließen 2023 mit "DigiUni" außerdem in die Ukraine.

04.08.2023

Die Europäische Kommission hat bekanntgegeben, dass sie im Rahmen von "Erasmus+" in diesem Jahr 159 Projekte in Drittländern unterstützt. Ziel sei es, die Modernisierung und Qualität der Hochschulbildung in Drittstaaten voranzubringen und so den Weg zur stärkeren Zusammenarbeit mit Europa zu ebnen. Insgesamt werden 2.500 Beteiligte aus rund 130 Ländern von der Finanzierung profitieren. Besonderes Augenmerk wird auf die Ukraine gelegt.

Die Europäische Union hat zusätzliche finanzielle Unterstützung in Höhe von fünf Millionen Euro bereitgestellt, um ein umfangreiches Erasmus+-Projekt für ukrainische Universitäten zu initiieren. Dieses Projekt, genannt "DigiUni", soll das digitale Bildungsumfeld in der Ukraine stärken. Ziel sei es, eine leistungsstarke digitale Plattform zu entwickeln, die vor allem jenen Studierenden zugutekommt, die aufgrund von Flucht oder Binnenvertreibung Schwierigkeiten in ihrem Studium hatten. Die National University Taras Shevchenko in Kiew koordiniert dieses Projekt, an dem sechs EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Frankreich, Deutschland, Polen, Spanien und Tschechien) sowie 15 ukrainische Partner beteiligt sind. 

"Ich bin sicher, dass das Projekt 'DigiUni' für ukrainische Studierende wirklich etwas bewirken wird." Margaritis Schinas, Europäische Kommission

Margaritis Schinas, Vizepräsident für die Förderung der europäischen Lebensweise, betont in der Pressemitteilung der Kommission, dass die Förderung von Hochschulbildung über die EU-Grenzen ein besonders wichtiger Aktionsbereich von Erasmus+ sei. Auch sie erwähnt insbesondere den Beitrag, den das Programm in der Ukraine leistet: "Wir alle profitieren von diesem Austausch und der Zusammenarbeit mit unseren Partnern auf der ganzen Welt. Ich freue mich erneut besonders darüber, dass Erasmus+ für die jungen Menschen in der Ukraine und für das Bildungssystem des Landes etwas bewirken kann."

Schinas weist darauf hin, dass es eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen ukrainischen und EU-Hochschulen bestehe. Die Kommission habe großes Interesse daran, in die digitale Zukunft des Landes zu investieren. "Ich bin sicher, dass das Projekt 'DigiUni' für ukrainische Studierende wirklich etwas bewirken wird."

Weitere Fördermittel fließen nach Lateinamerika, Zentralasien und in den Mittelmeerraum

Neben "DigiUni" sind für das Jahr 2023 insgesamt 115,3 Millionen Euro für die unterstützten Projekte vorgesehen, die eine breite Palette von Themen abdecken. Ein Beispiel ist die Verbesserung des Mathematikunterrichts in Zentralafrika, die Förderung von Chancengleichheit und Gleichstellung im Rechtsstudium in Lateinamerika sowie die Entwicklung von Lehrplänen für eine nachhaltige "Blaue Wirtschaft" im südlichen Mittelmeerraum, also die nachhaltige und ganzheitliche Nutzung der Meeresressourcen.

In anderen Regionen konzentrieren sich die Projekte auf die Stärkung unternehmerischer Kompetenzen für Frauen in Zentralasien, die Förderung des transformativen Wandels in der Gesundheitserziehung in Südostasien sowie die Etablierung von Büros für internationale Beziehungen an Universitäten im Nahen Osten.

Erasmus: bekannt und beliebt

Das vor 36 Jahren gegründete Programm Erasmus+ ist eines der bekanntesten und beliebtesten EU-Programme, an dem bislang fast 13 Millionen Menschen teilgenommen haben. Mit einem Gesamtbudget von 26,2 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2021 bis 2027 konzentriert sich das Programm laut EU-Kommission auf soziale Inklusion, ökologischen und digitalen Wandel sowie die Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben.

Um die Zusammenarbeit mit Drittländern geht es vor allem im Bereich "Kapazitätsaufbau im Hochschulbereich" innerhalb von Erasmus+. Damit soll der Austausch von Studierenden und Personal sowie die Zusammenarbeit im Bildungsbereich zwischen Europa und dem Rest der Welt gefördert werden. Die Maßnahmen seien darauf ausgerichtet, nicht nur den Bildungsbereich zu stärken, sondern auch Fähigkeiten und Verfahren in wirtschaftlich und gesellschaftlich relevanten Bereichen weiterzuentwickeln, wie beispielsweise umweltfreundliche Produktion, Energiemanagement, Lebensmittelwissenschaften, Unternehmertum und mehr.

Für den Kapazitätsaufbau in der Hochschulbildung stehen im Zeitraum von 2021 bis 2027 insgesamt 613 Millionen Euro zur Verfügung. Es sind noch vier weitere jährliche Auswahlverfahren geplant, wobei die nächste Einreichungsfrist im November 2023 sein wird.

cle