Delegierte im Plenarsaal der COP26 Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Glasgow
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Ergebnisse der COP26
Hochschulen weltweit verpflichten sich zum Klimaschutz

Die Klimakonferenz COP26 hat verschiedenste Allianzen mit ehrgeizigen Zielen hervorgebracht. An einigen sind Hochschulen beteiligt.

15.11.2021

Universitäten weltweit haben sich verpflichtet, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Dies wurde bei der Eröffnung der COP26-Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Glasgow bekannt, berichtete "University World News" am Samstag. Demnach haben 1.050 Universitäten aus 68 Ländern zugesagt, ihre Emissionen bis 2030 zu halbieren und bis spätestens 2050 netto null zu erreichen. Darunter seien 334 Institutionen aus den USA, 216 aus Indien und 125 aus dem Vereinigten Königreich. Aus Deutschland sind fünf Hochschulen beteiligt: Die FU Berlin, die Hochschule Magdeburg-Stendal, die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die RWTH Aachen und die TU Dortmund.

Die Institutionen hätten sich im Laufe des vergangenen Jahres dem sogenannten "Race to Zero for Universities and Colleges" angeschlossen – einer globalen Kampagne zu Klimaschutzmaßnahmen im Bildungssektor. Geleitet wird diese von den beiden NGOs "Alliance for Sustainability Leadership in Education" (EAUC) und "Second Nature", unterstützt durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Sie setzen laut Bericht darauf, dass die Maßstäbe von Hochschulen in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei der "green transition" Vorbildcharakter weit über ihren Campus hinaus hätten. Die Initiatoren erwarten, dass sich in den kommenden Monaten weitere Universitäten der Initiative anschließen. Ob die Hochschulen ihre Versprechen einhalten, wollen sie regelmäßig überprüfen.

Besonders ehrgeizige Ziele haben sich laut Bericht die japanische Chiba University of Commerce und die schottische Universität Glasgow gesetzt: Die Chiba University of Commerce wolle als erste Universität in Japan bis 2025 ausschließlich mit erneuerbaren Energien arbeiten und eine Renewable Energy University League of Japan ins Leben rufen; die Uni Glasgow wolle die Netto-Null schon 2030 erreichen und sich zudem als erste britische Uni innerhalb eines Jahrzehnts von fossilen Brennstoffen trennen

Allianzen und Initiativen zur Einhaltung des Pariser Klimaziels und darüber hinaus

Eine Hochschulallianz mit noch weitreichenderen Zielen hätten unmittelbar vor der COP26 das UNEP und die University of Oxford angekündigt: eine globale "Alliance of Nature-Positive Universities". Sie soll formell im nächsten Jahr starten; mit an Bord seien bereits die IPB University in Indonesien, die University of Cape Town, die Universidade de São Paulo, die University of Ghana und die University of Tasmania. Die Initiative will laut Bericht aufzeigen, wie Universitäten ihre Auswirkungen auf die Natur reduzieren können, indem sie Lieferketten verlagern und lokale Landschaften wiederherstellen.

Während der Klimakonferenz in Glasgow wurden Medienberichten zufolge eine ganze Reihe neuer Koalitionen geknüpft, die gemeinsam den Klimaschutz vorantreiben wollen – zwischen Staaten, Unternehmen und/oder Wissenschaftseinrichtungen. Beispielsweise hätten sich die Regierungen von 22 Nationen und die EU-Kommission in der "Mission Innovation" zusammengeschlossen, um neue Technologien für die Energiewende voranzutreiben. Die "Adaptation Research Alliance" (ARA) – ein internationaler Zusammenschluss aus Gemeinden, Forschungseinrichtungen und Regierungen, darunter Großbritannien und Kanada – will zudem vom Klimawandel besonders gefährdete Orte resilienter machen und an Folgen des Klimawandels anpassen.

Eine Gruppe führender internationaler wissenschaftlicher Organisationen wolle außerdem die Art und Weise verbessern, wie Klimarisiken bewertet und kommuniziert werden. "Die Koalition, zu der unter anderem die World Meteorological Organization und das World Climate Research Programme gehören, wird sich dafür einsetzen, dass Forschungen und Berichte für politische Entscheidungsträger den Staats- und Regierungschefs der Welt das volle Ausmaß der Gefahren aufzeigen, denen wir ausgesetzt sein werden, wenn der globale Temperaturanstieg nicht unter 1,5 Grad gehalten wird", zitiert "University World News" eine Erklärung.

Viele Wissenschaflerinnen und Wissenschaftler haben vom 31. Oktober an an der Klimakonferenz in Glasgow teilgenommen, in unterschiedlichen Rollen, wie "Nature" berichtete. Die meisten Forschenden seien als Berater oder Teil der Delegationen vor Ort gewesen und hätten an der Aushandlung des endgültigen Abkommens mitgewirkt. Einige wenige andere, wie die Aktivistengruppe "Scientist Rebellion", gehörten zu den Hunderten von Aktivisten, die während des Gipfels auf den Straßen von Glasgow für stärkere Maßnahmen demonstrierten. Die Abschlusserklärung der teilnehmenden Nationen gilt als historisch in ihrem Bekenntnis zu einer globalen Abkehr von fossilen Brennstoffen. Kritikern gehen die angekündigten Selbstverpflichtungen der Länder jedoch nicht schnell und nicht weit genug.

ckr

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