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Institut für Philosophie führt Department-Struktur ein

Das Institut für Philosophie der HU Berlin hat seine Personalstruktur reformiert: Die Professuren verzichten auf "eigene" Mitarbeitende.

31.05.2024

Das Institut für Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin hat die Department-Reform durchgeführt. Die Reform sei vom Institutsrat im letzten Jahr beschlossen worden, berichtet Professor Tobias Rosefeldt. Der Fakultätsrat habe Anfang des Semesters zugestimmt "und das Präsidium grünes Licht gegeben, sobald klar war, dass unser Projekt finanz- und kapazitätsneutral ist". Vorausgegangen seien mehrjährige Diskussionen mit den genannten Gremien sowie den verschiedenen Statusgruppen des Instituts. Vorbilder für die Reform hätten die Philosophie-Departments in den USA und in UK abgegeben.

In Zukunft würden die Mittel für wissenschaftliches Personal nicht mehr als Ausstattung einzelner Professuren behandelt werden, so Rosefeldt: "Wir verfügen im Moment, was die Strukturstellen betrifft, über elf Professuren und elf Mitarbeitendenstellen, die bisher einzelnen Professuren zugeordnet und befristet besetzt waren (…). In einem ersten Schritt wurden sieben dieser Stellen gepoolt, um damit drei neue Dauerstellen im Mittelbau und zwei neue Tenure-Track-Professuren zu finanzieren. Diese Stellen werden vom Institut gemeinsam besetzt. Mittelfristig werden alle Personalmittel auf Institutsebene angesiedelt sein."

Sorgen und Chancen

Unter den Kolleginnen und Kollegen habe laut Rosefeldt vor allem die Sorge bestanden, in Zukunft keine Ansprechperson im Hinblick auf das eigene Teilgebiet zu haben. "Für uns war es deswegen sehr wichtig, die Diskussion über die strukturelle Veränderung mit einer inhaltlichen Diskussion darüber zu verknüpfen, wie unser Institut in Zukunft inhaltlich aussehen soll," sagt Rosefeldt. Durch die neuen Stellen würden "mehr gleichberechtigte Kooperationspartnerinnen und -partner" ans Institut geholt. Schließlich könne man "für das Karrieresegment der Phase nach der Promotion sehr viel attraktivere Stellenangebote machen als Institute, die nur befristete Mitarbeiterstellen anbieten können".

Kann der am Institut für Philosophie durchgeführte Reformprozess ein Modell für andere Institute und Universitäten abgeben? Rosefeldt erreichen zahlreiche Anfragen, er vermutet aber, dass fachspezifische Lösungen gefunden werden müssen. "Ich bin der festen Meinung, dass die nötige Reform der Personalstruktur an deutschen Hochschulen am besten gelingen wird, wenn sie bottom-up passiert, selbst wenn es dazu manchmal vermutlich einen gewissen gesetzlichen Druck von außen braucht", erklärt Rosefeldt. "Bottom-up bedeutet, dass einzelne Institutionen selber Ideen dazu entwickeln können, wie der Weg zu einer nachhaltigeren Personalstruktur für sie aussehen könnte." Er hoffe, dass sich nun viele weitere Reformprojekte und ein Austausch darüber entwickelten.

hes