Zwei Studierende  in einem Labor der Ningxia-Universität in Yinchuan
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Gleichstellung
China will Forscherinnen stärken

Akademikerinnen treffen auf ihrer Laufbahn weltweit auf Hürden. An chinesischen Hochschulen baut die Regierung nun einige von diesen ab.

06.08.2021

Priorisierung von Frauen in der Forschungsförderung und bei Stellenbesetzungen, besserer Zugang zu internationalen Austauschmöglichkeiten und Vorträgen auf Konferenzen: Diese und weitere Maßnahmen sollen Universitäten und Forschungseinrichtungen in China künftig umsetzen, um die Gleichstellung in der chinesischen Wissenschaft voranzutreiben. Wie "Times Higher Education" Anfang der Woche berichtete, hat das chinesische Wissenschaftsministerium zusammen mit drei nationalen Wissenschaftsakademien und weiteren Ministerien eine Reihe von entsprechenden Empfehlungen veröffentlicht.

Erklärtes Ziel der Regierung sei demnach "eine Gruppe von weiblichen Spitzentalenten mit Welteinfluss" in Wissenschaft und Technik. Hintergrund sei ein wachsender öffentlicher Druck auf die Regierung, die Gleichstellung der Geschlechter anzugehen.

Dem Bericht zufolge sind Akademikerinnen in China bislang benachteiligt und insbesondere in höheren Karrierestufen stark unterrepräsentiert. Das weltweite Phänomen der "Leaky Pipeline" trete auch in der dortigen Wissenschaft auf. Unter den Personen, die von hochkarätigen akademischen Einrichtungen gefördert werden, seien beispielsweise zehn Prozent Frauen; unter den wissenschaftlichen Mitarbeitern der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Chinesischen Akademie für Ingenieurwissenschaften seien es sogar nur fünf bis sechs Prozent.

Zudem müssten Wissenschaftlerinnen bislang mit 55 Jahren in den Ruhestand gehen – Wissenschaftler erst mit 60 Jahren. Für die Bewerbung auf Stipendien und Forschungsmittel für "junge Forschende" gälten außerdem Altersbeschränkungen, die Forscherinnen die Familienplanung erschwerten. Beide Altersgrenzen sollen mit dem neuen Beschluss fallen. Die Hochschulen im Land werden zudem laut Bericht mit dem Anreiz auf staatliche Leistungen dazu angehalten, familienfreundlichere Arbeitsbedingungen zu schaffen.

ckr

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