Studierende im Auditorium der TU Delft lernen mit analogen und digitalen Mitteln
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Hochschul-Barometer
Hochschulen setzen dauerhaft auf hybride Lehre

Trotz Pandemie ist die Stimmung der Hochschulleitungen so gut wie nie, zeigt eine Umfrage. Sie wollen langfristig in hybride Lehre investieren.

10.12.2021

Der Trend geht zur Digitalisierung, die Lehre der Zukunft ist hybrid. Davon ist einer Umfrage zufolge die Mehrheit der Hochschulleitungen überzeugt. Im aktuellen Hochschul-Barometer für die Jahre 2020 und 2021, das der Stifterverband und die Heinz Nixdorf Stiftung am Freitag herausgegeben haben, zeigten sich die Präsidenten und Rektoren der Hochschulen enstprechend gleichermaßen investitionsbereit in analoge wie digitale Lehrformate: Lernorte und IT-Infrastruktur müssten weiter ausgebaut werden, heißt es in dem Ergebnisbericht zur Umfrage.

Langfristig sollen mehr als ein Drittel der Vorlesungen auch nach der Corona-Pandemie in digitaler Form stattfinden, ebenso wie Sprechstunden und Weiterbildungsangebote (je rund 37 Prozent). Seminare und Übungen sollen immerhin zu 25 beziehungsweise 18 Prozent digital durchgeführt werden, mündliche und schrifltiche Prüfungen zu 20 beziehungsweise 15 Prozent. Deutlich geringer werde der digitale Anteil bei praktischen Formaten in der Lehre und Forschung beispielsweise in Laboren ausfallen.

Dem Bericht zufolge wissen die Hochschulen um den Bedarf an digitaler Ausstattung der Hörsäle sowie die notwendige Entwicklung von Video- und Streaming-Infrastrukturen, aber auch an zusätzlichen Räumen für Lehren und Lernen sowie für die Forschung.

Auch sei ihnen bewusst, dass die Studierenden sich in der Pandemie in einer prekären Situation befänden. So hätten vier von fünf Hochschulleitungen angegeben, dass der Betreuungsbedarf der Studierenden in der Pandemie gestiegen sei. Die Hälfte der Hochschulen biete daher finanzielle Beratungen und knapp 40 Prozent der Hochschulen ermöglichten den Studierenden zudem psychologische Betreuung. Die meisten Hochschulen hätten zudem Online-Sprechstunden, spezielle Informationsveranstaltungen etwa für Erstsemester und digitale Begegnungsformate bereitgestellt.

Die allgemeine Stimmungslage an den Hochschulen sei trotz der Einschränkungen und Herausforderungen durch die Corona-Pandemie überwiegend positiv und sogar leicht besser als in den vergangenen Jahren. Besonders an Universitäten, die durch die Exzellenzinitiative gefördert werden, und an privaten Hochschulen, die schon vor der Pandemie digitale Formate etabliert hatten, sei die Stimmung gut. Die Hochschulen zeigten sich insgesamt zufrieden mit ihren Rahmendingungen. Die Pandemie wirke sich allerdings nach wie vor negativ auf die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern aus, etwa mit Schulen und Hochschulen im Ausland.

Mit dem Hochschul-Barometer erstellen die Initiatoren nach eigenen Angaben ein jährliches Stimmungsbarometer deutscher Hochschulleitungen.

ckr