Eine Studentin sitzt für eine Videokonferenz vor ihrem Laptop
mauritius images Aleksandr Davydov

Widerstandsfähigkeit
Wie Hochschulen die Resilienz von Studierenden stärken können

Vielen Studierenden setzt die Corona-Pandemie enorm zu. Hochschulen können sie gezielt unterstützen, möglichst gut durch diese Zeit zu kommen.

08.02.2021

Die Corona-Pandemie hat das Studienleben an den Präsenzunis komplett auf den Kopf gestellt. Sind die persönlichen Treffen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen auf und außerhalb des Campus sonst fester Bestandteil des Studiums, beschränkt sich die Studienzeit derzeit weitestgehend auf Videokonferenzen von zu Hause. Insbesondere für Erstsemester und Auslandsstudierende kann das enorm belastend werden.

Was in diesen Zeiten hilft, ist eine gute Resilienz. Gemeint ist damit die Fähigkeit, mit Widerständen und Belastungen konstruktiv und lösungsorientiert umzugehen. Forscherinnen und Forscher haben im Verbundprojekt "Resilienz und Studienerfolg in MINT-Fächern" (ReSt@MINT) genauer untersucht, wie Hochschulen ihre Studierenden dabei unterstützen können, erklären Raphael T. Müller-Hotop und Dr. Yvette E. Hofmann in der aktuellen Ausgabe von Forschung & Lehre.

Zusätzliche Austauschmöglichkeiten in belastenden Zeiten

Sie unterscheiden zwischen psychischen, sozialen und strukturellen Ressourcen. Psychische Ressourcen nutzten die Studierenden demnach, wenn sie die Ursachen für einen erlebten Rückschlag kritisch reflektierten oder über ihre Erwartungshaltung nachdachten. Mit sozialen Ressourcen seien soziale Bindungen zu Kommilitonen, Mentoren oder Dozenten gemeint, und strukturelle Ressourcen beschrieben Tutoren-Programme oder Beratungs- und Weiterbildungsangebote der Hochschulen.

Die psychische Widerstandsfähigkeit von Studierenden könnten Hochschulen etwa anregen, in dem sie zu Beginn eines Semesters darüber aufklärten, was Resilienz sei, inwiefern sie im Studium helfe und wie Studierende sich ihrer Resilienzfähigkeit bewusster werden, und diese weiterentwickeln könnten.

Die sozialen Ressourcen der Studierenden könnten Hochschulen in belastenden Phasen durch zusätzliche Veranstaltungsformate stärken, zum Beispiel durch virtuelle Kleingruppenarbeit, "Meet-your-Prof"-Veranstaltungen oder virtuelle Treffen zum informellen Austausch. Die strukturellen Ressourcen einer Hochschule, wie Beratungsangebote, sollten regelmäßig bekannt gemacht, und Studierende ermutigt werden, diese zu nutzen. Um die Hürden dafür möglichst gering zu halten, setzen einige Hochschulen auf Peer-Beratungsangebote, für die Studierende geschult werden, anderen zu helfen.

kas